Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen

AlpenWoche "Alpen und Menschen": wir brauchen soziale Intelligenz

14.12.2016

Der Verein "Alpenstadt des Jahres" war an der Organisation der AlpenWoche beteiligt, die vom 11. bis 15. Oktober in Grassau, Deutschland, zum Thema Menschen in den Alpen und ihre Beziehungen zu den Alpen stattgefunden hat. Zu reden gaben insbesondere die Aspekte Migration und Jugendbeteiligung wie auch die Stadtplanung für eine bessere Lebensqualität.

Im Rahmen der AlpenWoche 2016 in Grassau organisierte der Verein Alpenstadt des Jahres einen ExpertInnen-Workshop zum Thema nachhaltige Siedlungsentwicklung in alpinen Städten und Dörfern.
(c) Wolfgang Gasser

4741_WolfgangGasser_AlpWeek.jpg

Es geht nur gemeinsam und mit kleinen Schritten: Dies ist eine zentrale Erkenntnis, die sich an zahlreichen Diskussionen an der 4. AlpenWoche herauskristallisierte. Harald Welzer von Futurzwei etwa setzt auf soziale Beziehungen und Prozesse, wie er an der Eröffnung der internationalen Tagung betonte: "Wir brauchen nicht technische, sondern soziale Intelligenz."

Nach den Worten von Historiker Bernhard Tschofen von der Universität Zürich/CH, geht es darum, die Zweiteilung zwischen Alpen und Umland, zwischen Stadt und Land, Tradition und Moderne sowie Zugezogenen und Einheimischen aufzulösen. Sandrine Percheval der französischen Organisation Adrets und Anne Lassman-Trappier von Environn'Mont Blanc thematisierten solch unterschiedliche Lebenswelten.

"Alpenstadt des Jahres" setzt den Fokus auf eine nachhaltige Stadtplanung

Neben der Mitgliederversammlung widmete der Verein "Alpenstadt des Jahres" mehrere Aktivitäten dem Thema Stadtplanung für eine bessere Lebensqualität der EinwohnerInnen und für die Erhaltung unbebauter Flächen. In der Session "Zukunft gestalten auf der Brache" ging es um Möglichkeiten, urbane Brachen und leerstehende Gebäude weiter zu entwickeln sowie um die städtische Verdichtung am schweizerischen Beispiel der multifunktionalen Stadtviertel. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Projekts "Tour des Villes" konnten alle anwesenden Städte ihre Erwartungen an das Projekt zum Ausdruck bringen.

Tolmezzo, Tolmin, Idrija und Sonthofen engagieren sich in diesem Projekt. Sie werden Besuche und Workshops organisieren, um verschiedene Aspekte der Sanierung städtischer Brachen, ungenutzter Flächen und leerstehender Gebäude zu bearbeiten, wie zum Beispiel Bürgerbeteiligung, Rechte und Interessen der Eigentümer oder Besonderheiten historischer Gebäude und alpine Identität. Ausserdem werden im Laufe des Projekts in 2017 und 2018 Methoden zur Entwicklung neuer umsetzbarer Ideen, zur Planung von Sanierungsmassnahmen oder zur Finanzierung diskutiert.

Fruchtbarer Austausch zwischen Generationen

Unter den rund 400 Teilnehmenden aus allen Alpenländern waren viele junge Menschen. "An der AlpenWoche 2012 waren wir mehr oder weniger Dekoration", sagt Luzia Felder aus Entlebuch/CH und Mitglied des Jugendbeirats von CIPRA International. In diesem Jahr sei es ganz anders gewesen. "Wir waren Teil vom Ganzen, durften fragen und uns wurde zugehört." Auch für Markus Reiterer, Generalsekretär des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention, war der Austausch inspirierend: "Es ist leichter, mutig zu sein, wenn man sich mit jungen Menschen austauscht."

Auch Alpenkonvention nähert sich den Menschen

Eingebettet in die AlpenWoche war die 14. Konferenz der Alpenkonvention. Barbara Hendricks, deutsche Umweltministerin, brachte sich bei diesem Anlass besonders ein. Unter ihrem Vorsitz verabschiedeten die UmweltministerInnen unter anderem das Mehrjährige Arbeitsprogramm für die Jahre 2017 bis 2022. Der Fokus auf Menschen und Kultur gehört zu den prioritären Themen.

Österreich, das in Grassau den Vorsitz von Deutschland übernommen hat, setzt in den nächsten zwei Jahren mit der Rolle der Frau in Bergregionen einen weiteren Schwerpunkt im kulturellen Bereich. Weitere österreichische Schwerpunkte sind Verkehr und Mobilität, Berglandwirtschaft und Bergwald, Naturschutz, Wasser, Klimawandel, Energie und Naturgefahren. Zu letzterem Thema wird ein Alpenzustandsbericht verfasst.

Organisiert wurde die AlpenWoche von der CIPRA, ISCAR, dem Verein "Alpenstadt des Jahres", der "Allianz in den Alpen", dem CAA, dem Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention, dem Interreg Alpenraumprogramm und dem Ökomodell Achental. Das Deutsche Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz leisteten finanzielle Unterstützung.

 

http://alpweek.org/2016/de/welcome/welcome/

Chamonix GapChambéryBrig-GlisSondrioSonthofenHerisauTrentoBozenBad ReichenhallBad AusseeBellunoVillachMariborIdrija Annecy Lecco Tolmezzo Tolmin karte_alpen.png

 

 

 

 
Benutzerspezifische Werkzeuge